Was tun bei Blitzschlag?

Frühsommer, Sommer und Frühherbst können auch in Mitteleuropa nicht selten sehr heiß und schwül sein. Und damit verbunden ist erhöhte Gefahr von Blitzschlägen - nicht nur, aber besonders auch in den Bergen und anderen entlegenen Regionen, wo professionelle Hilfe nicht immer vorhanden ist.

Blitzschläge stellen bei Aktivitäten im Freien eine Gefahr dar, insbesondere für Wanderer und Bergsteiger. Zur Vorbeugung wird empfohlen, sich nicht auf Graten und Gipfeln aufzuhalten und sich von einzeln stehenden Bäumen fern zu halten. Wenn möglich sollte man nahe an einer Felswand stehen, jedoch wenigstens einen Meter Abstand davon halten.

Alle Metallgegenstände (Karabiner, Steigeisen, Eispickel, Skistöcke usw.) sollten in sicherer Entfernung abgelegt werden, der Helm sollte jedoch nicht abgenommen werden, um Aufprall-verletzungen zu vermeiden. Auch feuchte Seile können Blitze leiten. Und man sollte sich so schnell wie möglich von Drahtseilen und Eisenleitern entfernen.

Man sollte Kauerstellung einnehmen, wenn man bemerkt dass einem die Haare "zu Berge" stehen. Ein Knistern oder eine sichtbare Funkentladung an ausgesetzten Punkten (Elmsfeuer) können Anzeichen eines unmittelbar bevorstehenden Blitzschlages sein. Die Bergung von Blitzopfern kann gefährlich sein. Rettungshubschrauber können vom Blitz mit meist fatalen Folgen getroffen werden. Es ist daher ratsam, mit einer Bergung abzuwarten, bis die Gefahr weiterer Einschläge vorüber ist.

Die Behandlung von Blitzschlagopfern basiert auf den ABCs: Atemwege freilegen, Beatmung und Herzdruckmassage (circulation). Wenn es mehrere Blitzopfer gibt, dann hat die Beatmung von Verletzten mit Atemstillstand absoluten Vorrang. Auch bei einem längeren Atemstillstand ist die Prognose in der Regel gut, wenn die künstliche Beatmung rechtzeitig begonnen wird. Wenn es nötig ist, sollte auch die erweiterte Reanimation (ALS) an Ort und Stelle begonnen werden.


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